<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?> <Hintergrund> Der Hintergrund für dieses Gedicht ist ein tatsächliches Ereignis: die über drei Kilometer lange, 1878 erbaute Eisenbahnbrücke über die Mündung des Tay bei Dundee in Ostschottland stürzte während eines Sturms am 28. Dezember 1879 ein und der Zug von Edinburgh versank im Fjord. </Hintergrund> <Gedicht quelle="http://www.gutenberg.aol.de/fontane/gedichte/bruecke.htm" <!- Anfang des Gedichts -> > <Autor>Theodor Fontane (1819-1898) <Titel>Die Brück' am Tay</Titel> <Strophe nummer=1 zeilen=8> <Windhexe name="Lachesis"><Frage>Wann treffen wir drei wieder zusamm'</Frage>;</Windhexe> <Windhexe name="Klotho">Um die siebente Stund', am Brückendamm.;</Windhexe> <Windhexe name="Atropos">Am Mittelpfeiler.;</Windhexe> <Windhexe name="Lachesis">Ich lösch die Flamm'.;</Windhexe> <Windhexe name="Klotho">Ich mit.;</Windhexe> <Windhexe name="Atropos">Ich komme vom Norden her.;</Windhexe> <Windhexe name="Lachesis">Und ich vom Süden.;</Windhexe> <Windhexe name="Klotho">Und ich vom Meer.;</Windhexe> </Strophe nummer=1 zeilen=8> <Strophe nummer=2 zeilen=8> <Windhexe name="Atropos">Hei, das gibt ein Ringelreihn, <newline> und die Brücke muß in den Grund hinein.;</Windhexe> <Windhexe name="Lachesis"><Frage>Und der Zug, der in die Brücke tritt <newline> um die siebente Stund';</Windhexe></Frage> <Windhexe name="Klotho">Ei, der muß mit.;</Windhexe> <Windhexe name="Atropos">Muß mit.;</Windhexe> <Windhexe name="Lachesis">Tand, Tand <newline> ist das Gebild von Menschenhand.;</Windhexe> </Strophe nummer=2 zeilen=8> <Strophe nummer=3 zeilen=8> Auf der Norderseite, das Brückenhaus - <newline/> alle Fenster sehen nach Süden aus, <newline/> und die Brücknersleut', ohne Rast und Ruh <newline/> und in Bangen sehen nach Süden zu, <newline/> sehen und warten, ob nicht ein Licht <newline/> übers Wasser hin "ich komme" spricht, <newline/> "ich komme, trotz Nacht und Sturmesflug, <newline/> ich, der Edinburger Zug."; <newline/> </Strophe nummer=3 zeilen=8> <Strophe nummer=4 zeilen=8> Und der Brückner jetzt: &anf;Ich seh einen Schein <newline/> am andern Ufer. Das muß er sein. <newline/> Nun, Mutter, weg mit dem bangen Traum, <newline/> unser Johnie kommt und will seinen Baum, <newline/> und was noch am Baume von Lichtern ist, <newline/> zünd alles an wie zum heiligen Christ, <newline/> der will heuer zweimal mit uns sein, - <newline/> und in elf Minuten ist er herein.&anf;; <newline/> </Strophe nummer=4 zeilen=8> <Strophe nummer=5 zeilen=8> Und es war der Zug. Am Süderturm <newline/> keucht er vorbei jetzt gegen den Sturm, <newline/> und Johnie spricht: "<Ausruf>Die Brücke noch </Ausruf></newline> Aber was tut es, wir zwingen es doch. <newline/> Ein fester Kessel, ein doppelter Dampf, <newline/> die bleiben Sieger in solchem Kampf, <newline/> und wie's auch rast und ringt und rennt, <newline/> wir kriegen es unter: das Element. <newline/> </Strophe nummer=5 zeilen=8> <Strophe nummer=6 zeilen=8> Und unser Stolz ist unsre Brück'; <newline/> ich lache, denk ich an früher zurück, <newline/> an all den Jammer und all die Not <newline/> mit dem elend alten Schifferboot; <newline/> wie manche liebe Christfestnacht <newline/> hab ich im Fährhaus zugebracht <newline/> und sah unsrer Fenster lichten Schein <newline/> und zählte und konnte nicht drüben sein."; <newline/> </Strophe nummer=6 zeilen=8> <Strophe nummer=7 zeilen=8> Auf der Norderseite, das Brückenhaus - <newline/> alle Fenster sehen nach Süden aus, <newline/> und die Brücknersleut' ohne Rast und Ruh <newline/> und in Bangen sehen nach Süden zu; <newline/> denn wütender wurde der Winde Spiel, <newline/> und jetzt, als ob Feuer vom Himmel fiel, <newline/> erglüht es in niederschießender Pracht <newline/> überm Wasser unten... Und wieder ist Nacht. <newline/> </Strophe nummer=7 zeilen=8> <Strophe nummer=8 zeilen=12> <Windhexe name="Lachesis"><Frage>Wann treffen wir drei wieder zusamm'</Frage>;</Windhexe> <Windhexe name="Klotho">Um Mitternacht, am Bergeskamm.;</Windhexe> <Windhexe name="Atropos">Auf dem hohen Moor, am Erlenstamm.;</Windhexe> <Windhexe name="Lachesis">Ich komme.;</Windhexe> <Windhexe name="Klotho">Ich mit.;</Windhexe> <Windhexe name="Atropos">Ich nenn euch die Zahl.;</Windhexe> <Windhexe name="Lachesis">Und ich die Namen.;</Windhexe> <Windhexe name="Klotho">Und ich die Qual.;</Windhexe> <Windhexe name="Atropos"><Ausruf>Hei<newline></Ausruf> Wie Splitter brach das Gebälk entzwei.;</Windhexe> <Windhexe name="Lachesis">Tand, Tand <newline/> ist das Gebilde von Menschenhand;</Windhexe> </Strophe nummer=8 zeilen=12> </Gedicht <!- Ende des Gedichts-> >